Propstei- und Hauptpfarre Wiener Neustadt

Gedanken zum Evangelium vom 4. Sonntag der Osterzeit (22.04.2018)

von Kurat Bernd "Kolo" Kolodziejczak

„Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich!“ Ist dieses Bild vom guten Hirten heute für uns Menschen noch unverständlich? Ich glaube schon!
Ich glaube, die Worte Jesu vom guten Hirten berühren unsere Seelen heute genauso wie damals, auch wenn der Schafhirt und seine Herde ein seltenes Bild geworden sind.
Es liegt an der Kraft der Worte Jesu selbst. Nicht der Hirte verdeutlicht, was Jesus sagt, sondern umgekehrt: Jesus macht erst spürbar, was wirklich an seelischer Kraft im Bild des guten Hirten liegt. Denn keiner ist Hirte wie Er!
„Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe“. Dieses Bild schenkt uns ein Gefühl von Geborgenheit. Diesem Hirten sind seine Schafe so wichtig wie sein eigenes Leben, ja noch wichtiger. Wenn es ernst wird rennt er nicht davon, lässt er die Seinen nicht im Stich, um sich selber in Sicherheit zu bringen und die eigene Haut zu retten. Wer einen solchen Hirten hat, der kann sich in Schutz und Sicherheit wissen, der darf sich geborgen fühlen!
Wie sehr brauchen wir alle solche Menschen, die nicht nur an sich und ihr eigens Wohlergehen denken! Wie sehr brauchen Kinder solche Eltern, - Mitarbeiter solche Chefs, - Gläubige solche Priester und Bischöfe! Wie sehr brauchen wir Menschen, die ihren Dienst nicht nur als “Job”, sondern als ”Hirtensorge” leben!
„Ich kenne die meinen und die meinen kennen mich.“ Der Hirt kennt seine Herde und sie kennt ihn. Wir spüren meist sehr bald, ob es einem Hirten um uns oder nur um sich selber geht. Nicht die Strenge der Eltern tut den Kindern weh, sondern das Gefühl, dass sie ihnen nicht wichtig sind. Es berührt zutiefst, wenn wir Menschen begegnen, die solche Hirten sind. Und Gott sei Dank gibt es sie, in unseren Familien, im Berufsleben, in der Politik, in unserer Kirche. Sie vermitteln, was wir so sehr brauchen: Geborgenheit und Zuversicht.
Und so darf ein jeder von uns auf Jesus blicken, - ihn nachahmen, - und heute in unserer Welt ein „Guter Hirte“ für andere sein.
„Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich!“

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